Optimale Voraussetzungen für einen hybriden Dritten Weltkrieg - Pepe Escobar | MakroTranslations

Dienstag, 28. Februar 2023

Optimale Voraussetzungen für einen hybriden Dritten Weltkrieg - Pepe Escobar

Ein starkes Gefühl durchströmt Ihre Haut und Ihre Seele, wenn Sie in einen langen Spaziergang unter anhaltendem Schneegestöber eintauchen, der von ausgewählten Stopps und aufschlussreichen Gesprächen geprägt ist, die ein Jahr nach dem Beginn der beschleunigten Phase des Stellvertreterkriegs zwischen den USA/NATO und Russland disparate Vektoren herauskristallisieren.

So empfängt Sie Moskau: die unbestrittene Hauptstadt der multipolaren Welt des 21. Jahrhunderts.

Bei einem langen Meditations-Spaziergang wird uns bewusst, wie sehr die Ansprache – oder besser gesagt die zivilisatorische Rede von Präsident Putin in der vergangenen Woche – die Abgrenzung der zivilisatorischen roten Linien, mit denen wir alle konfrontiert sind, verändert hat. Die Rede wirkte wie ein kräftiger Bohrer, der das weniger als kurze, eigentlich gar nicht vorhandene Kurzzeitgedächtnis des kollektiven Westens perforierte. Kein Wunder, dass es einen ernüchternden Kontrast zur ununterbrochenen Russophobie im NATO-Raum bildete.

Alexey Dobrinin, Direktor der Abteilung für außenpolitische Planung des russischen Außenministeriums, hat die Rede Putins treffend als „eine methodische Grundlage für das Verständnis, die Beschreibung und die Konstruktion von Multipolarität“ beschrieben.

Seit Jahren haben einige von uns aufgezeigt, wie die entstehende multipolare Welt definiert ist – aber weit darüber hinausgeht – durch Hochgeschwindigkeitsverflechtung, physisch und geoökonomisch. Jetzt, da wir die nächste Stufe erreichen, scheint es, als ob Putin und Xi Jinping, jeder auf seine Weise, die beiden wichtigsten zivilisatorischen Vektoren der Multipolarität konzipieren. Das ist die tiefere Bedeutung der umfassenden strategischen Partnerschaft zwischen Russland und China, die für das bloße Auge unsichtbar ist.

Metaphorisch gesprochen spricht es auch Bände, dass Russlands Schwenk nach Osten, hin zur aufgehenden Sonne, nun unumkehrbar, der einzig logische Weg war, den es zu beschreiten galt, da, um Dylan zu zitieren, im Westen die Dunkelheit zur Mittagsstunde anbricht.