Das Gesetz 93-373 sollte so langweilig sein, dass sich der Kongress nicht einmal die Mühe macht ihm einen Namen zu geben.
Sie wissen doch, dass die meisten vom Kongress verabschiedeten Gesetze einen ausgefallenen Namen haben - wie "Inflation Reduction Act" oder "USA PATRIOT Act" oder so ein Unsinn?
Nun, am 7. November 1973 brachte US-Senator James Fulbright eine sehr kurze Gesetzesvorlage ein - es war nur EINE Seite - die nicht einmal einen Namen hatte. Aber Fulbrights unbenannter Gesetzentwurf wurde schließlich zu einem der wichtigsten Gesetze in der Geschichte der USA.
Als Fulbright seine Gesetzesvorlage einbrachte, waren seit dem legendären "Nixon-Schock" von 1971 bereits zwei Jahre vergangen. Damals führte US-Präsident Richard Nixon Lohn- und Preiskontrollen ein und hob die Konvertierbarkeit des US-Dollars in Gold auf.
Nixon versprach der amerikanischen Öffentlichkeit, dass seine Maßnahmen keine negativen Folgen haben würden. Dennoch stieg die Inflation im folgenden Jahr, 1972, auf 3 %. Dann 4,7 % im Jahr 1973. Dann 11,2 % im Jahr 1974.
Gleichzeitig stieg der Goldpreis weltweit sprunghaft an... von 35 $/Unze vor dem Nixon-Schock auf über 170 $ im Jahr 1974.
Aber einzelne Amerikaner durften von diesen Gewinnen nicht profitieren, dank einer vierzig Jahre alten Durchführungsverordnung, die 1933 vom damaligen Präsidenten Franklin Roosevelt unterzeichnet worden war.
Roosevelts Executive Order 6102 kriminalisierte den privaten Besitz von Gold im Wert von mehr als 100 Dollar in den Vereinigten Staaten. Roosevelt gab den Amerikanern außerdem nur 25 Tage Zeit, um ihr Gold an die Federal Reserve zu übergeben... sonst drohten bis zu zehn Jahre Gefängnis.