MakroTranslations: Jeffrey Sachs | Makroökonomie, Edelmetalle & Energie
Posts mit dem Label Jeffrey Sachs werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Jeffrey Sachs werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 30. Mai 2023

Amerikas Kriege und die US-Schuldenkrise - Jeffrey D. Sachs

Um die Schuldenkrise zu überwinden, muss Amerika aufhören, den militärisch-industriellen Komplex, die mächtigste Lobby in Washington, zu füttern.

Im Jahr 2000 betrug die Staatsverschuldung der USA 3,5 Billionen Dollar, was 35 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entsprach. Im Jahr 2022 betrug die Verschuldung 24 Billionen Dollar, was 95 % des BIP entsprach. Die Verschuldung der USA steigt rasant an, daher die derzeitige Schuldenkrise in Amerika. Doch sowohl die Republikaner als auch die Demokraten vermissen die Lösung: die Beendigung der von Amerika gewählten Kriege und die Kürzung der Militärausgaben.

Nehmen wir an, die Staatsverschuldung wäre bei bescheidenen 35 % des BIP geblieben, wie im Jahr 2000. Die heutigen Schulden würden sich auf 9 Milliarden Dollar belaufen, im Gegensatz zu 24 Billionen Dollar. Warum hat die US-Regierung den Schuldenberg von 15 Billionen Dollar angehäuft?

Die wichtigste Antwort ist die Sucht der US-Regierung nach Krieg und Militärausgaben. Nach Angaben des Watson-Instituts an der Brown University beliefen sich die Kosten der US-Kriege vom Haushaltsjahr 2001 bis zum Haushaltsjahr 2022 auf satte 8 Billionen Dollar, also mehr als die Hälfte der zusätzlichen 15 Billionen Dollar Schulden. Die anderen 7 Billionen Dollar stammen zu etwa gleichen Teilen aus Haushaltsdefiziten, die durch die Finanzkrise 2008 und die Covid-19-Pandemie verursacht wurden.

Der militärisch-industriellen Lobby die Stirn zu bieten, ist der entscheidende erste Schritt, um Amerikas Steuerhaushalt in Ordnung zu bringen.