Selten genug kommt es in diesen Tagen vor, dass Wikipedia noch als Quelle für eine gute, treffende Definition dienen kann. Zu sehr ist dieses einstmals interessante technologisch-soziale Experiment zur Spielwiese totalitärer Trolle verkommen. Beim Begriff Totalitarismus treffen wir auf diese Ausnahme, was eigentlich ein Paradoxon ist.
Zitat: „Totalitarismus bezeichnet eine politische Herrschaft mit einem uneingeschränkten Verfügungsanspruch über die Beherrschten, auch über die öffentlich-gesellschaftliche Sphäre hinaus in den persönlichen Bereich. Ihr Ziel ist die umfassende Durchsetzung ihres Wertesystems. Im Unterschied zu einer autoritären Diktatur strebt der Totalitarismus an, in alle sozialen Verhältnisse hineinzuwirken, oft verbunden mit dem Anspruch, einen „neuen Menschen“ gemäß einer bestimmten Ideologie zu formen. Insbesondere werden der italienische Faschismus, der Nationalsozialismus und der stalinistische Kommunismus als Prototypen totalitärer Regime eingeordnet.“
Diese Aufzählung ist leider unvollständig und sie erschöpft sich in historischen Beispielen, die vergangen und „abgehakt“ sind, wo doch auch die Gegenwart genug Beispiele von Regimen und politischen Bewegungen bietet, die dieser Definition Genüge tun.
Immerhin bietet sie jedoch einen guten Ansatzpunkt für die Analyse des Totalitarismus, bedarf aber der Ergänzung und Vertiefung hinsichtlich der Begrifflichkeit der Ideologie, denn Ideologie selbst ist ein Konzept, das bestimmten Regeln und Gesetzmäßigkeiten folgt. Sie zu verstehen ist notwendig, um die Gefahr des Totalitarismus zu erkennen und ihr auch frühzeitig entgegenzuwirken, wenn sie in einer Gesellschaft ihr hässliches Haupt erhebt.
