Verschuldung und der Zusammenbruch der Antike - Michael Hudson (Teil 1+2) | MakroTranslations

Dienstag, 30. Mai 2023

Verschuldung und der Zusammenbruch der Antike - Michael Hudson (Teil 1+2)


Wir werfen einen ersten Blick auf das neue Buch des renommierten Politikwissenschaftlers Michael Hudson über den uralten Kampf zwischen Gläubigern und der Realwirtschaft. Das alte Rom weigerte sich, die Praktiken des Schuldenerlasses und der Landumverteilung zu übernehmen, die früher als unerlässlich galten. Stattdessen errichteten sie ein rigides, gläubigerfreundliches Rechtssystem und ermordeten jeden, der dieses System auch nur im Entferntesten bedrohte - einschließlich Tiberius Gracchus, Julius Cäsar und Jesus. Das Imperium verkam zu einer Pachtwirtschaft und brach schließlich von innen heraus zusammen. Das heutige neoliberale Establishment verteidigt zunehmend dieses gescheiterte Staatsgefüge, selbst wenn sich dieselbe katastrophale Dynamik noch intensiviert. 


Im zweiten Teil bespricht Michael Hudson sein neues Buch "Der Zusammenbruch der Antike". Hudson stellt die traditionellen Vorstellungen über den Untergang des Römischen Reiches in Frage und vertritt die Ansicht, dass dieser durch eine Finanzkrise verursacht wurde, die durch übermäßige Verschuldung, Ungleichheit des Reichtums und die Konzentration wirtschaftlicher Macht ausgelöst wurde. Hudson zieht Parallelen zu den heutigen Volkswirtschaften und weist auf die Gefahren der Finanzialisierung und Vermögenskonzentration hin.