Allenthalben wird mit großer Erleichterung, ja Lob, darüber berichtet, dass im Streit um weitere Kreditaufnahme der US-Regierung Einigkeit erzielt werden konnte. Untergegangen ist dabei, dass es einen Unterschied zu den letzten Kreditermächtigungsgesetzen gibt. Zudem wird nirgendwo darauf eingegangen, welchem Irrsinn hier applaudiert wird.
Der aktuelle Schuldenstand der USA beträgt knapp 32 Billionen US-Dollar. Das ist an sich schon blanker Irrsinn, denn das entspricht etwa 125 Prozent des BIP der USA. Das entspricht in etwa der Schuldenquote Italiens und wir erinnern uns, wie kritisch das bewertet wird. Allerdings gibt es einen Unterschied zur italienischen Finanzlage. Die USA rechnen wie England in ihr BIP die Einnahmen aus dem Finanzsektor mit ein und die betragen etwa 30 Prozent des BIP. In beiden Ländern. BIP heißt aber „Brutto Inlands Produkt“ und sollte nur das beinhalten, was an produktiver Arbeit oder Dienstleistungen tatsächlich erbracht wird. Rechnet man die Einnahmen aus dem Finanzsektor heraus, kommt man in USA auf beinahe 160 Prozent Schuldenquote. Für ein europäisches Land oder jedes andere würde da gelten: Dieser Staat ist insolvent, seine Währung nur noch Ramsch.
Bei der Berichterstattung wird von Billionen geredet. Aber wer kann damit wirklich etwas anfangen? Eine Billion sind 1.000 Milliarden. Eine Milliarde sind 1.000 Millionen. Das heißt, eine Billion sind eine Million mal eine Million. Die Schulden der USA betragen also 32 Millionen mal eine Million. Daraus ergibt sich ein Schuldenstand von etwa 100.000 US-Dollar pro Einwohner der USA, vom Säugling bis zum Greis, und das trifft die offizielle Zahl ziemlich genau. Dazu kommt allerdings noch die private Verschuldung der US-Bürger, die in etwa die gleiche Höhe hat.