Zbig Brzezinski, der damalige Präsidentenberater (1997), hat es deutlich formuliert: „Eurasien ist der weltweit größte Kontinent; und Europa ist Amerikas unersetzlicher Brückenkopf in das Herzland. Mit jeder Erweiterung Europas weitet sich daher auch der US-Einfluss aus“. Und zur Beherrschung Eurasiens sagte er: „Die Ukraine ist der Schlüsselstaat“.
Die bedeutendste Entwicklung unserer Zeit ist jedoch die Abkehr vom westlichen Beharren darauf, dass nur eine „Realität“ – die von den USA geführte „regelbasierte“ Ideologie (und nur diese) – vorherrschen kann. Dies – in Verbindung mit der Umkehrung des früheren kolonialen Zyklus, so dass nun der Nicht-Westen seinen westlichen Oberherrn zurückdrängen und schließlich verdrängen kann und wird – ist jene „Vierte Wende“, die unser Jahrhundert bestimmen wird.
Patrick Lawrence, ein altgedienter amerikanischer Korrespondent, stellt jedoch fest, dass „wenn man den Reden, Verlautbarungen und beiläufigen Bemerkungen der Macht- und Politikcliquen in Washington zuhört, man meinen könnte, dass es einen solchen [Wendepunkt]“ überhaupt nicht gibt.“