Die Unternehmensgewinne in den USA erreichten 2022 ein Rekordniveau, obwohl die Aktienmärkte in eine Baisse fielen und die Inflation den höchsten Stand seit 40 Jahren erreichte.
Angesichts dieses Gegenwinds beobachten die Anleger die Fundamentaldaten der Unternehmen sehr genau. Die Gewinnmargen der Unternehmen bieten einen Puffer gegen höhere Kreditkosten und Preisdruck und sind aus vielen Gründen ein wichtiger Maßstab für die finanzielle Gesundheit.
In der folgenden Infografik zeigt Dorothy Neufeld von Visual Capitalist anhand von Daten von Fortune die profitabelsten Unternehmen Amerikas nach Branchen.
Amerikas profitabelste Unternehmen
Hier sind die US-Firmen mit den höchsten Jahresgewinnen in ihrem Sektor. Die Daten basieren auf dem Geschäftsjahr, das am oder vor dem 31. Januar 2023 endet, und beziehen sich auf Unternehmen der Fortune 500.
Apple ist das profitabelste Unternehmen in Amerika. Mit einem Gewinn von fast 100 Milliarden Dollar im Jahr 2022 übertrifft das Unternehmen die Gewinnführer im Energie- und Finanzsektor zusammen. Darüber hinaus wird die Nettogewinnmarge Ende 2022 bei fast 25 % liegen.
Angesichts des gesättigten Smartphone-Marktes konzentriert sich das Unternehmen verstärkt auf dienstleistungsbasierte Einnahmen. iPhones machen etwa die Hälfte des Gesamtumsatzes aus, doch das Wachstum stagniert. Im vergangenen Jahr lag das Wachstum des iPhone-Umsatzes bei 7 % gegenüber 39 % im Jahr zuvor. In der Zwischenzeit stiegen die Umsätze mit Dienstleistungen - einschließlich Cloud, AppleCare und Werbung - jährlich um 14 %.
Im Energiesektor belegte Exxon Mobil mit einem Rekordgewinn von über 55 Milliarden US-Dollar den ersten Platz. Die Gewinne stiegen im vergangenen Jahr um fast 142 %, da die Ölpreise durch den Einmarsch Russlands in der Ukraine in die Höhe schnellten. Starke Kostensenkungen während der Pandemie trugen ebenfalls dazu bei, die Erträge des Unternehmens zu steigern.
JPMorgan Chase verzeichnete die höchsten Gewinne im Finanzsektor. Die nach Vermögenswerten größte Bank des Landes verzeichnete einen starken Rückgang in ihrer Investmentbanking-Sparte, da höhere Zinssätze die Finanzierung von Fusionen und Übernahmen weniger lukrativ machten. Insgesamt sanken die Gewinne jährlich um mehr als 22 %.
Unternehmensgewinne im Überblick
Niedrige Steuern und Zinssätze trugen in den letzten 20 Jahren zu etwa einem Drittel des Gewinnwachstums der Nicht-Finanzunternehmen im S&P 500 bei, wie ein Papier der Federal Reserve zeigt.
Jetzt, da die Zinssätze höher klettern, könnten höhere Kosten die Ergebnisse beeinträchtigen. Die gute Nachricht ist, dass sich die Unternehmen bisher als widerstandsfähig gegenüber einer Verschiebung der Zinssätze erwiesen haben.
Im ersten Quartal 2023 sanken die Gewinne der US-Unternehmen moderat um knapp über 5 %.
Rentabilität und Wettbewerbsvorteil
Was bedeutet das für Investoren?
Für Anleger, die nach Unternehmen suchen, die höhere Zinsen verkraften können, ist die Rentabilität ein wichtiger Faktor. Unternehmen mit hoher Rentabilität können in ihr Geschäft reinvestieren, Dividenden ausschütten und Unebenheiten aufgrund steigender Kosten besser verkraften.
Darüber hinaus verfügen Unternehmen mit hoher Rentabilität oft über einen hohen Marktanteil, da Skaleneffekte die Kosten senken, Markentreue die Nachfrage ankurbelt und ein wirtschaftlicher Burggraben vorhanden ist. Dies lässt sich beispielsweise bei Apple und Visa beobachten.
Mit der Zeit entsteht so ein nachhaltiger Wettbewerbsvorteil. Wenn die Unternehmen ihre Rentabilität bewahren, entsteht ein Mehrwert für die Aktionäre, der die Aktienkurse oft längerfristig stützt.


