Der letzte Stein in der Kaskade zum Start der Sonderoperation Russlands in den neuen Volksrepubliken im Osten der ehemaligen Ukraine war der massive Beschuss der Zivilisten in Donezk. Kiews Armee hat bis zu 2.000 Granaten täglich in die Stadt gefeuert. Da musste man sich fragen, warum die Front dort nicht als erste aufgerollt worden ist.
Seit nunmehr neun Jahren wird die Zivilbevölkerung in und um Donezk von Kiews Truppen beschossen mit Granaten und Streumunition. Mehr als 14.000 Zivilisten sind dadurch ums Leben gekommen. Während dieser Jahre haben sich Kiews Soldaten an dieser Frontlinie eingegraben und massive Verteidigungslinien aufgebaut, mit stark befestigten Gräben und Unterständen. Wie wir bei der gescheiterten Gegenoffensive Kiews lernen konnten, kostet die Stürmung einer solchen Befestigungslinie einen enormen Blutzoll. Aus diesem Grund hat die russische Armee diese Frontlinie Kiews noch nicht angegriffen. Allerdings führt das auch in Russland selbst zu Unwillen, denn es geht ja bei dieser Sonderoperation darum, die Zivilbevölkerung vor weiterem Morden Kiews zu beschützen.
Sehr geschickt, menschen- und materialschonend (für die russische Armee), hat die russische Armee Kiews Soldaten bei ihren Angriffsversuchen in den Minenfeldern der eigenen Verteidigungslinien ausbluten lassen. Kiew leidet unter den enormen Verlusten an Soldaten und Material und kann kaum noch Entsatz bringen. Das wiederum gibt Russland jetzt die Möglichkeit, mit wenigen eigenen Verlusten in die Offensive zu gehen. Das Städtchen Avdejevka liegt nur wenige Kilometer westlich von Donezk und westlich der Frontlinie Kiews und ist unter Kontrolle Kiews. Jetzt rückt die russische Armee von Süden und Norden westlich von Avdejevka vor. Es sieht so aus, als ob die russische Armee Avdejevka einkesseln kann. Damit wird dann Nachschub und Versorgung für die stark befestigte Frontlinie westlich Donezk abgeschnitten. Das wird die blutige Eroberung dieser Frontlinie überflüssig machen, denn Soldaten ohne Nachschub werden sich über Kurz oder Lang einfach ergeben müssen.