Zusammenbrechende Eliten
Vor kurzem trafen sich die globalen Eliten in Davos. Jedes Jahr lädt das Weltwirtschaftsforum (WEF) die Spitzen des öffentlichen und privaten Sektors ein, um die Weichen für die Welt zu stellen. Eine große Ehre für die Eingeladenen, könnte man meinen, doch in diesem Jahr haftete der Veranstaltung ein Hauch von Panikmache an. Das lässt sich am besten am gewählten Thema festmachen: „Wiederherstellung des Vertrauens“.
Es scheint, als würden die einst selbstbewussten Eliten doch etwas nass. Zumindest ist man sich bewusst, dass das Vertrauen schwindet, sonst müsste man es nicht „wiederherstellen“. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Top-Bosse ratlos sind, denn es muss einfach eine Lösung gefunden werden. Vertrauen bedeutet ja, dass man an gute Absichten glaubt, und der WEF-Clan und seine Kumpane haben in den vergangenen Jahren bewiesen, dass dies nicht der Fall ist, und diese Erkenntnis hat immer mehr Menschen erreicht.
Vertrauen ist also eine Form des Glaubens (Glaube an gute Absichten), aber dieses Vertrauen aufzukündigen ist das Ergebnis einer Erkenntnis, die sich vom Glauben unterscheidet. Immer mehr Menschen erkennen, dass die Elite, der sie bisher vertraut haben, nicht vertrauenswürdig ist. Und wie kann man eine Erkenntnis „wiederherstellen“? Das ist nicht einfach, und so kommt das WEF nicht weiter, als eine Kampagne gegen „Desinformation“ anzukündigen. Das bedeutet, dass man versucht, die Wiederherstellung des Vertrauens durch Zensur zu erzwingen. Das ist ein Widerspruch in sich, denn Vertrauen kann nicht erzwungen werden.