Angesichts der Tatsache, dass so viele Länder rund um den Globus immer noch unter dem Einfluss der USA stehen, entweder buchstäblich von US-Militärs besetzt sind oder von einer Regierung regiert werden, die mit erheblicher US-Hilfe an die Macht gekommen ist (oder einer Kombination aus beidem), und angesichts der Tatsache, dass so viele Länder das Ziel eines möglicherweise von den USA unterstützten Regimewechsels und einer Einmischung entgegen der UN-Charta sind, ist es wichtig, einen Blick auf die Geschichte der US-Besatzung und auf die unauslöschlichen Narben zu werfen, die sie in den Ländern und ihren Einwohnern hinterlässt, selbst Jahrzehnte nach dem endgültigen Abzug der USA.
Die Folgen amerikanischer Interventionen sind oft soziopolitische Gräben, die erst nach Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, überwunden werden können. Hinzu kommt die wirtschaftliche Verwüstung, die ein Land dazu zwingt, seine Wirtschaft oft von Grund auf neu aufzubauen. Und wenn die USA ein Land nach einem langwierigen militärischen Konflikt verlassen, bleibt eine mit nicht explodierten Kampfmitteln übersäte Landschaft zurück, deren Beseitigung Generationen in Anspruch nehmen wird und die unschuldige Menschen verstümmelt und tötet, bis dieser Punkt in ferner Zukunft erreicht ist.
Ein besseres Verständnis der lang anhaltenden Folgen der Einmischung, Intervention und Besetzung durch die USA in der Vergangenheit kann der Welt helfen, die Notwendigkeit zu verstehen, sich gegen diese Einmischung, Intervention und militärische Besetzung durch die USA zu wehren und sie zu verhindern.
Vietnam: pulverisiert und vergiftet
Von 1955 bis 1975 waren die USA in einen brutalen Krieg im südostasiatischen Vietnam verwickelt. Die USA traten an der Seite der Franzosen in den Konflikt ein, einer der vielen Versuche des letzten Jahrhunderts, den Westen bei der Wiedererlangung seiner Kolonialherrschaft auf der ganzen Welt nach dem Zweiten Weltkrieg zu unterstützen.
Während der Kämpfe töteten die USA und ihre Verbündeten Millionen von Vietnamesen und zerstörten die Infrastruktur und Städte im ganzen Land. Durch den Einsatz des Entlaubungsmittels Agent Orange vergifteten die USA sowohl das Land als auch die Menschen, töteten diejenigen, die dem Mittel ausgesetzt waren, und hinterließen eine Spur von Geburtsfehlern und Krebs bei künftigen Generationen von Vietnamesen.
Die USA bombardierten Vietnam und seine Nachbarländer Kambodscha und Laos intensiver als alles andere im Zweiten Weltkrieg. Heute werden in diesen drei Ländern jedes Jahr Menschen durch Blindgänger getötet und verstümmelt. Die USA leisten zwar Unterstützung bei der Beseitigung von Blindgängern, aber nur symbolisch und unter bestimmten Bedingungen. Bei der Geschwindigkeit, mit der die von den USA finanzierte Minenräumung und die Entwaffnung von Blindgängern durchgeführt wird, wird das Problem noch viele Generationen lang bestehen bleiben.
Die Ironie liegt darin, dass Vietnam und seine Nachbarn nach so viel Zerstörung durch die USA den Wiederaufbau betreiben und ihre Nationen vor allem durch die Zusammenarbeit mit China, einem nahen Nachbarn, voranbringen.