Sowohl die Ukraine als auch Russland geben sich gegenseitig die Schuld für die Sprengung des Kachowka-Staudamms. Wer dahintersteckt, ist bislang unklar. Eine Theorie ist, dass Russland damit versuche, amphibische Angriffe der Ukrainer zu stoppen, sagt Militärexperte Reisner ntv.de.
Nach der Sprengung des Kachowka-Staudamms fluten Wassermassen große Teile von Cherson. Laut dem Militärexperten Markus Reisner könnte der Dammbruch einen militärischen Hintergrund haben. Am Vortag habe es Gerüchte von ukrainischen Landungsversuchen südlich von Cherson gegeben, sagte Oberst Reisner ntv.de. Dies würde die Sprengung des Staudammes aus russischer Sicht erklären.
Moskau könnte versuchen, durch massive Überflutung die Dnipro-Mündung und den Raum südlich von Cherson für militärische Operationen unbrauchbar zu machen. Dadurch werde eine umfangreiche militärische Anlandung der Ukrainer verhindert, die offenbar versucht haben, in kleinen Gruppen amphibisch - also vom Wasser aus - im Süden von Cherson vorzustoßen. Um das zu verhindern, "nimmt man mit teuflischem Kalkül weiträumige Zerstörungen und Opfer in Kauf", so Reisner.