Seit 1941 gab es keine Kriegserklärung mehr. Dementsprechend auch keine echten Friedensverträge. Die Welt lebt im Waffenstillstand, wenn nicht gerade geschossen wird. So ist der Weltfrieden weiter entfernt denn je, denn Waffenstillstand ist alles andere als Frieden.
Wer nur einen Waffenstillstand fordert anstatt eines soliden Friedensschlusses mit Vertrag, der will keinen Frieden. Der will eine Situation am köcheln halten, weil er nicht in der Lage war, den Ausgang des Kriegs so zu gestalten, wie es seinen Zielen entsprach. Ein Waffenstillstand kann jederzeit von beiden Seiten gebrochen werden und in der Zwischenzeit können beide Seiten aufrüsten. Sie können nicht nur, sie müssen geradezu, denn der Zustand ist unbefriedigend, im wahrsten Sinn des Wortes. Beginnen wir mit dem ältesten Waffenstillstand. Dem des Deutschen Reichs mit seinen etwa 40 Kriegsgegnern. Zwar haben etwa 38 Staaten dem DR den Krieg erklärt, ohne jemals die Absicht gehabt zu haben, tatsächlich in einen Waffengang mit Deutschland einzutreten. Das waren pro-forma Kriegserklärungen, von denen angenommen wurde, dass man daraus noch irgendwelche Vorteile erlangen könnte. Aber warum hat Deutschland nur einen Waffenstillstand?