Die meisten Menschen wissen, dass Plastikverschmutzung ein Problem ist, aber Mikroplastik (die winzigen Fragmente, die von Alltagsprodukten abgegeben werden) ist viel weiter verbreitet, als vielen bewusst ist.
Mikroplastik wird als Plastikpartikel definiert, die kleiner als 5 mm sind.
Diese Partikel sind überall zu finden: in den Ozeanen, im Boden, im Trinkwasser, in Lebensmitteln und sogar in der Luft, die wir atmen. Dennoch sind die Ursprünge dieser Partikel für Verbraucher oft nicht sichtbar.
Anhand von Daten der IUCN, CSIRO und Elsevier zeigt diese Grafik von Visual Capitalist, erstellt von Made Visual Daily, woraus diese Partikel tatsächlich bestehen und woher sie stammen.
Eine Aufschlüsselung der Mikroplastikquellen, zusammengestellt aus mehreren Umweltstudien:
Die Grafik zeigt, dass synthetische Textilien mit einem Anteil von 35 % den größten Beitrag zu Mikroplastik leisten. Reifen (28 %) und Stadtstaub (24 %) sind ebenfalls große Verursacher, gefolgt von Straßenmarkierungen (7 %) und einer Vielzahl anderer Quellen (6 %).
Wie gelangen diese Mikroplastikpartikel in die Umwelt?
Mikroplastik gelangt in zwei Hauptformen in die Umwelt: primär und sekundär.
Primäres Mikroplastik wird in mikroskopischer Größe direkt in die Umwelt abgegeben. Dazu gehören:
- Fasern, die beim Waschen von synthetischen Stoffen wie Polyester, Nylon oder Acryl abgegeben werden.
- Gummistaub, der bei normalem Gebrauch von Pkw- und Lkw-Reifen abgetragen wird.
- Fragmente im Stadtstaub, die durch Abrieb von Farben, Schuhsohlen, Möbeln und Gebäudebeschichtungen entstehen.
- Kunststoffgranulat („Nurdles”), das bei der Kunststoffherstellung oder beim Transport verloren geht.
Sekundäre Mikroplastik entsteht hingegen, wenn größere Kunststoffabfälle – wie Tüten, Flaschen oder Fischereiausrüstung – im Laufe der Zeit durch Sonneneinstrahlung, Wellenbewegung und Verwitterung zerfallen. Diese zerfallen in immer kleinere Teile und werden schließlich zu Mikroplastik.
Beide Arten sind langlebig, allgegenwärtig und finden sich zunehmend sogar in den entlegensten Ökosystemen. Untersuchungen zeigen, dass sogar atmosphärische Strömungen Mikroplastikpartikel über Kontinente und Ozeane transportieren können.
Das Ausmaß des Problems
Wissenschaftler schätzen, dass sich etwa 21 Millionen Tonnen primäre Mikroplastikpartikel in Land- und Meeresumgebungen angesammelt haben, wobei Millionen Tonnen sowohl in landwirtschaftlichen Böden als auch in Meeresgewässern zu finden sind. Um den Lesern das Ausmaß dieser unsichtbaren Verschmutzung zu verdeutlichen, visualisiert die Grafik diese Gesamtmenge als eine Fläche mit einer Tiefe von 3 Metern und einer Ausdehnung von 3,2 Kilometern.
Wie in unserer vorherigen Analyse zur Zukunft des Plastiks in der Welt hervorgehoben, gibt die Anhäufung dieser unsichtbaren Schadstoffe zunehmend Anlass zur Sorge, wobei die langfristigen Auswirkungen noch nicht absehbar sind.
Was kann getan werden?
Lösungen erfordern sowohl technologische als auch Verhaltensänderungen. So könnten beispielsweise Innovationen wie Mikrofaserfilter in Waschmaschinen und die Entwicklung alternativer Materialien für Reifen und Textilien dazu beitragen, die Freisetzung von Partikeln an der Quelle zu reduzieren.
In der Zwischenzeit ist es ein wichtiger erster Schritt, zu verstehen, woher Mikroplastik stammt. Wie diese Analyse zeigt, geht das Problem weit über Plastikstrohhalme und -tüten hinaus.
